Die Scheidinger Vereine trauern um Willi Foschepoth. Nicht nur die Vereine, auch viele Dorfbewohner werden ihn sehr vermissen. Willi verstarb am 15.10.2026. Er wurde 93 Jahre alt und er war einfach müde. Viele herbe Einschläge hatten ihm zu schaffen gemacht.
Der Gasthof Foschepoth war eine feste Institution im Dorf, und weit über die Dorfgrenzen von Scheidingen bestens bekannt. 1990 gingen Willi und seine Gattin Magda in den wohl verdienten Ruhestand. Da hatten sie sich 44 Jahre mit den Fußballern des SuS herumgeschlagen. Sie waren das Vereinslokal des SuS. 1959 trat Willi in den SuS und die Schützenbruderschaft St. Hubertus Scheidingen ein. Bereits 1950 wurde er Mitglied im MGV Harmonie Scheidingen. Die, die diese Gasthofzeiten noch miterleben durften, werden sich gerne und wehmütig erinnern. Es waren schöne Zeiten, in denen sehr viel möglich war.
Foschepoth war das Zentrum des Dorfes. Hier erfuhr man alles. Hier wurde alles gefeiert. Polterabende, Hochzeiten, Taufen, Kinderkommunionen, Beerdigungen, Geburtstage usw. usw. usw. Der MGV, in dem Willi seit 1950 Mitglied war, war ebenfalls die angestammte Heimat des Vereins; etliche Kegelclubs hatten hier auch ihre Heimat gefunden. Willi war ein treues Mitglied in den Vereinen. 1962 krönte er seine Zugehörigkeit bei den Schützenbrüdern mit der Königswürde. Seine Königin wurde Marianne Nölken. Sein ganzer Stolz waren seine 3 Kinder. Martin, Susanne und Eva. Mit anderen Worten; hier tobte das richtige Leben. Und das tobte im Hause Foschepoth recht ordentlich.
Wenn man hier vor der Theke saß, fühlte man sich einfach wohl.
In den 50-ziger Jahren bis tief in die 80-ziger Jahre, stellten Foschepoths die Kabinen und die Duschen für die Seniorenmannschaften und die Alten-Herren. Magda schlug sich zusätzlich noch mit der Trikotwäsche herum. In den frühen Jahren des SuS blieb so manche Rechnung unbeglichen. Oma „Ziska“ ( Willi Foschepoths Mutter)ließ sie einfach unter den Tisch fallen und kommentierte es mit einem; „ihr habt doch sowieso nichts!“
Dieses Vorgehen stellte eine der ersten so genannten „Win Win“ Situationen dar. Denn in Scheidingen hatten die Sportler immer „Schlimmen Durst!“ Dieser musste dann unmittelbar nach dem Spiel oder dem Training im Hause Foschepoth gelöscht werden. So könnte man noch seitenweise über den lieben Verstorbenen schreiben. Am 14.12.1990 feierte der SuS ein letztes Mal im großen Rahmen mit der Familie Foschepoth. 2020 feierten Willi und seine geliebte Magda noch Diamantene Hochzeit. Willi war einfach ein wunderbarer Mann. Der SuS und die anderen Vereine werden ihm immer ein ehrendes Gedenken bewahren, und wahrscheinlich bei so mancher Erzählung sehr viel schmunzeln.